Im Interview

> Interview von Klaus Weiß, 2014

Hier ist ein privates Bild von Thomas Grieser.

Q: Ist Autor Ihr Hauptberuf? 

A: Nein, davon kann ich leider noch nicht leben (lacht). In meinem Hauptberuf bin ich Ober- schlumpf von vielen kleinen Schlümpfen - sprich: Lehrer! Bei den meisten Menschen löst dieser Beruf ja ein gewisses Unbehagen aus... was wohl damit zu tun hat, dass wir alle mal zur Schule gegangen sind und leider oft nicht die besten Erinnerungen an Lehrer und Unter- richt haben. Auch ich nicht!

 

Q: Versuchen Sie denn, in Ihrem Untericht etwas anders zu machen?

A: Ja, mir ist wichtig, dass kein Kind in meinem Unterricht Angst hat, mindestens ein Mal pro Stunde gelacht wird und jeder das Recht hat, Anerkennung zu bekommen. Und ich versuche, jedem Kind zu helfen, wenn es Probleme hat und darüber reden will.

 

Q: Wie alt sind Sie und wo wohnen Sie?

A: Aha, jetzt kommen die persönlichen Fragen (lacht wieder). Ich wurde 1971 in Wattenscheid, einer kleinen Stadt, die jetzt zu Bochum gehört, geboren und lebe dort bis heute - umgeben von drei Bauernhöfen. Und das mitten im Ruhrgebiet!

 

Q: Wie sind Sie Lehrer geworden und seit wann schreiben Sie Bücher?

A: Ich habe an der Ruhr-Universität Bochum Germanistik, Pädagogik, Psychologie und Musik studiert und war dort "Schüler" von Jakob Muth, Ewald Terhart und Friedrich Kittler. Heute muss ich sagen: Was ich bei ihnen gelernt habe, hat mich schon sehr beeinflusst. Und das Schreiben?

Irgendwie habe ich schon immer geschrieben - als Student eher wissenschaftliche Texte, als Lehrer dann zunehmend Geschichten für Kinder und Jugendliche. Erst der tägliche Kontakt zu ihnen macht es mir möglich, nicht über sie, sondern für sie zu schreiben. Und das ist nicht immer einfach - denn Kinder sind die ehrlichsten Kritiker!

 

Q: Wie lange dauert es, ein Buch zu schreiben?

A: Oh, das ist schwierig zu sagen. Von der Idee bis zum gedruckten Buch ist es ein langer Weg, für mein aktuelles Buch habe ich fast zwei Jahre gebraucht. Oft hat man die Handlung zwar so ungefähr im Kopf, ebenso die Hauptpersonen, aber meist entwickelt sich das ganze erst während des Schreibens so richtig... auf jeden Fall braucht man viel Fantasie und Spaß daran, sich Geschichten auszudenken.

 

Q: Verraten Sie uns abschließend drei positive und negative Eigenschaften von Ihnen?

A: Oje, muss das sein? Aber okay: Ich schätze mich als relativ optimistisch und humorvoll ein und kann mich ganz gut in andere Menschen hineinversetzen. Und die negativen Sachen... da gibt es mindestens drei: Ich schaffe es oft nicht, pünktlich zu sein, mache im Moment zu wenig Sport und trinke definitiv zu viel Kaffee!

 

Herr Grieser, vielen Dank für das Interview!